Die 57-Jährige war sechs Jahre in Weilbach tätig. Da die Kirchengemeinden Diedenbergen und Weilbach im Rahmen des Zukunftsprozesses „ekhn2030“ in verschiedene Nachbarschaftsräume gehen werden, hat sie sich zum Wechsel der Pfarrstelle entschlossen. „Die Arbeit in Weilbach hat mir viel Spaß gemacht. Aber es ist nicht möglich, in zwei verschiedenen Verwaltungseinheiten tätig zu sein. Vor lauter Verwaltung würde ich nicht mehr zu meinen eigentlichen Aufgaben kommen. Und das täte mir und der Gemeinde nicht gut. Deshalb habe ich mich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen“, erklärt Heinrich.
Da sie die Kirchengemeinde Weilbach bereits von ihrem Vikariat kannte, freute sie sich, als sie 2018 mit einer halben Stelle dorthin zurückkehrte. Während ihrer Zeit dort hat sie gemeinsam mit dem Kirchenvorstand nach sinnvollen Kooperationen mit der Kirchengemeinde Diedenbergen geschaut. So wurden etwa die Gottesdienstzeiten so angepasst, dass sie oder ihr Mann jeweils an beiden Orten predigen konnten, und die Konfirmandenarbeit wurde zusammengelegt. „Ein Highlight vor Corona war jedes Jahr zum Erntedank die Brotback-Aktion mit den Konfirmand:innen bei der Bäckerei Schiesser in Wallau. Eine weitere Kooperation war der gemeinsame Gottesdienst an Himmelfahrt im Garten des Weilbacher Gemeindezentrums“, berichtet Heinrich. „Eine besondere neue Weilbacher Tradition haben wir im Kirchenvorstand 2019 ins Leben gerufen. Seitdem feiern wir jedes Jahr einen Erntedank-Gottesdienst in der Kapelle im Hessenpark“, ergänzt sie. Darüber hinaus entstand in Weilbach und Diedenbergen während Heinrichs Zeit eine neue Kooperation mit dem „Projekt 55+“ von Irmi Rieker, Leiterin des Kinder- und Familienhauses Langenhain.
Von Anfang an habe es außerdem eine sehr gute ökumenische Zusammenarbeit gegeben. Zum Beispiel bei den gemeinsamen Schul- und Kerbegottesdiensten. „Dann kam Corona und wir haben geschaut, was wir ausprobieren können, um die Menschen trotzdem noch zu erreichen“, so Heinrich weiter. „Wir haben an Ostern Flyer mit einer Andacht und Hilfsangeboten an alle Haushalte verteilt. Dem Seniorenkreis haben wir »Caféhaus to go«-Tütchen an die Haustüren gebracht. Bei ökumenischen Aktionen haben wir Gebete, die uns die Menschen einwerfen konnten, an Karfreitag an das Kreuz genagelt. Oder sind in der Osternacht mit Laternen und Musik durch den Ort gezogen und haben allen frohe Ostern gewünscht“, erzählt Heinrich. „Viele reden heute noch davon, wie toll sie das fanden“, ergänzt sie. Auch mit den Weilbacher Vereinen sei der Kontakt sehr gut gewesen – das habe sich u.a. beim jährlichen „Tag der Erde“ an den Weilbacher Kiesgruben gezeigt, wo immer auch ein Gottesdienst gefeiert wurde.
Dass sie in Diedenbergen Pfarrerin bleibt, wo sie mit ihrem Ehemann seit 13 Jahren gemeinsam tätig ist, war für Ivonne Heinrich sofort klar. Dort wird die Pfarrstelle, die sie sich bisher mit Thorsten Heinrich teilte, zum Ende des Jahres auf eine halbe gekürzt. „Für Bremthal habe ich mich entschieden, weil das die einzige verfügbare halbe Stelle in unserem zukünftigen Nachbarschaftsraum ist und ich sie auch spannend finde“, so Heinrich. „Die Gemeinde ist von den Arbeitsabläufen her und davon, was ihr wichtig ist, ähnlich wie Diedenbergen. Das könnte also ganz gut passen“, erklärt sie. Dennoch sei sie sich durchaus bewusst, dass sie ab Januar mit zwei halben Stellen in zwei Gemeinden tätig sei, die vorher ganze Pfarrstellen hatten. Beide Kirchenvorstände hätten das mit Blick auf die bevorstehenden Kürzungen jedoch gut vorbereitet und Aufgaben neu verteilt. Daher sei sie zuversichtlich, dass es gut funktionieren könne. „Dieses Vertrauen, diese Sicherheit, das hat alles mit dem Glauben an Gott zu tun. Wir sollten alles mit dem Vertrauen an Gottes Heiligen Geist tun, und nicht mit Angst. Er wird uns schon leiten. Vielleicht anders, als wir uns das vorgestellt hatten. Aber das heißt nicht, dass es nicht gut ist. Da bin ich mit großer Zuversicht unterwegs“, betont Heinrich gerade auch im Zusammenhang mit „ekhn2030“.
Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp wird Pfarrerin Ivonne Heinrich am Samstag, 28. Dezember 2024, um 14 Uhr aus der Kirchengemeinde Weilbach verabschieden und am Sonntag, 2. Februar 2025, um 11 Uhr, in ihren Dienst für die Emmausgemeinde Bremthal einführen. Die Vakanzvertretung in Weilbach übernimmt zunächst der Dekan.