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Volker Jung würdigt Kardinal

Zum Tod Lehmanns: „Brückenbauer zwischen den Kirchen“

EKHN/RahnKirchenpräsident Volker Jung und Kardinal Karl Lehmann 2014 beim Reformationsfest in der Mainzer ChristuskircheKirchenpräsident Volker Jung und Kardinal Karl Lehmann 2014 beim Reformationsfest in der Mainzer Christuskirche

Als „Brückenbauer zwischen den Kirchen“ hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung den am Sonntag verstorbenen Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. Er sei auch für die hessen-nassauische Kirche mehr als ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen.

 

"Kardinal Lehmann ist am Sonntag 'Lätare' gestorben Der Sonntag ist der Vorausblick auf Ostern in der Passionszeit. Von der Hoffnung auf die Auferstehung hat der Kardinal gelebt, in ihr ist er gestorben. Mich tröstet das." 
Kirchenpräsident Volker Jung in Facebook zum Tod Karl Lehmanns: www.facebook.com/kirchenpraesident/posts/929286883906782

 

Darrmstadt / Mainz, 11.  März 2018. Als einen der „prägendsten katholischen Theologen der Gegenwart, Impulsgeber der Ökumene und großartigen Menschen“ hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, den am 11. März verstorbenen Mainzer Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. „Durch seine den Menschen zugewandte Art, seinen herausragenden theologischen Horizont und seine im Glauben begründete Herzlichkeit prägte er über Jahrzehnte Amt und Ansehen der katholischen Kirche“, so der Kirchenpräsident. Mit Jung seien auch viele Christinnen und Christen in der evangelischen Kirche „tief betroffen über den Tod des Kardinals mit der großen Gabe, auf Menschen zuzugehen und seine Positionen auch in den kirchlichen und gesellschaftlichen Debatten zu Gehör zu bringen“.

Kenner evangelischer Theologie

Nach Ansicht Jungs war Lehmann „über fünf Jahrzehnte hinweg der entscheidende Brückenbauer zwischen katholischer und evangelischer Kirche in Deutschland und darüber hinaus“. Mit seiner „gründlichen Kenntnis der protestantischen Theologie und seiner Bereitschaft, auch aus der Sicht des Gegenübers zu denken“, hat er nach Worten Jungs wesentlich zur Öffnung der Kirchen beigetragen. Ökumene habe für Lehmann vor allem bedeutet, „das wahrzunehmen, was uns verbindet und gemeinsam zu bezeugen, was angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen aus christlicher Sicht zu sagen ist“.

Wegbereiter der Ökumene

Dem Mainzer Bischof und früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ist es nach Jung maßgeblich zu verdanken, dass zentrale ökumenische Äußerungen erschienen seien wie beispielsweise die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ im Jahr 1999 oder das „Sozialwort der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland“ aus dem Jahr 1997. Auch ganz praktisch habe er durch die Förderung von Projekten wie beispielsweise dem „Lernfeld Ökumene“ Impulse gesetzt, bei dem evangelische und katholische Geistliche gemeinsam eine Langzeitfortbildung absolvieren. Für sein Engagement habe Lehmann am Reformationstag 2016 zu Recht als erster katholischer Träger die „Martin Luther-Medaille“ der Evangelischen Kirche in Deutschland erhalten. Gerade diese Ehrung habe Lehmann sehr bewegt, so Jung.

Ansprechpartner für vier Kirchenpräsidenten

Kardinal Lehmann sei für die Kirche in Deutschland „ein Geschenk“ gewesen. Er sei unter anderem in seiner Bischofszeit für insgesamt vier hessen-nassauische Kirchenpräsidenten „mehr als ein verlässlicher Ansprechpartner“ gewesen, so Jung. „Ich bin dankbar für viele gute Gespräche und Begegnungen in den letzten Jahren und das persönliche Vertrauen, das nicht zuletzt durch eine intensive Zusammenarbeit im Arbeitskreis Kirche und Wirtschaft Rhein-Main entstanden ist.“

Der Einzugsbereich des Bistums Mainz in Südhessen und Rheinland-Pfalz überschneidet sich in großen Teilen mit dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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