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Seelsorge als Herzensangelegenheit

Pfarrer Thomas Wohlert geht in den Ruhestand

Nora HechlerPfarrer Thomas WohlertPfarrer Thomas Wohlert

Pfarrer Thomas Wohlert, der mit einer halben Stelle in der St. Johannisgemeinde in Kronberg und mit einer halben Pfarrstelle in der Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge für das Dekanat Kronberg tätig ist, geht Ende August in den Ruhestand. Offiziell durch Propst Oliver Albrecht verabschiedet wurde er bereits im Rahmen eines Gottesdienstes am 14. Juni.

Die Theologie hat der 65-Jährige er erst spät für sich entdeckt. „Nach meinen Erfahrungen im Zivildienst habe ich mich zuerst dazu entschieden, Psychologie zu studieren.  Denn während meines Zivildienstes im Alten- und Pflegeheim hat sich für mich eine ganz andere Welt eröffnet. Das hat auch meine spätere Arbeit als Altenheimseelsorger sehr geprägt. Mir ist dort überhaupt keine christliche Altenheimseelsorge begegnet – aber dafür sehr bedrückende Verhältnisse mit sehr viel körperlichem und seelischem Leid“, erzählt er. „Aber schon während des Psychologiestudiums hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlt und das nicht der Weg für mich ist. Ein Aha-Erlebnis hatte ich dann bei einem Gottesdienst in Rödelheim, wo ich das erste Mal eine Frau als Pfarrerin erlebt habe. Das hat mich sehr beeindruckt, da ich vorher immer eine sehr männerzentrierte Kirche erlebt hatte“, so Wohlert weiter, „ich merkte dort und auch beim Besuch von Kirchentagen, dass sich Kirche sehr verändert hat und ganz anders ist, als die Kirchengemeinde, in der ich aufgewachsen war. Das hat mich Kirche wieder näher gebracht“. Ein weiteres einschneidendes Erlebnis war für ihn die Arbeit als Freiwilliger in einem Kibbuz in Israel während des Studiums. „Nicht nur der Besuch der heiligen Stätten, sondern auch der Landschaften wie Galiläa und der See Genezareth gaben mir das Gefühl, direkt auf den Spuren von Jesu und seine Jüngern zu sein. Nach meiner Rückkehr habe ich angefangen, Theologie zu studieren und sehr schnell den Entschluss gefasst, dass ich Pfarrer werden will, um das Evangelium zu verkünden“.

In den 18 Jahren seiner Tätigkeit in der Kirchengemeinde in Kronberg schätzt er besonders die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Pfarrerkollegen, da beide sich sehr gut ergänzen und die Aufgaben unter einander aufteilen können. Gerade der Religionsunterricht, für den Thomas Wohlert zuständig ist, bildet für ihn ein wichtiges Gegenstück zur Arbeit in den Altenheimen. Da die Kronberger Kirche eine beliebte Trau- und Taufkirche ist, durfte er auch unzählige Trauungen und Taufen durchführen. „Ein Highlight ist für mich die jährlich von mir organisierte Seniorenfreizeit,  die ich trotz Corona hoffentlich im Juli noch einmal begleiten darf“, erklärt er. Sieben Jahre lang war er zudem Beauftragter für den Besuchsdienst im Dekanat. Im Rahmen dieser Tätigkeit bildete er Ehrenamtliche aus allen Kirchengemeinden des Dekanats nach einem vorgegebenen Curriculum in der Besuchsseelsorge aus. „Die Bedingungen in den Altenheimen, für die ich zuständig bin, haben sich in den Jahren stark verändert. Die Menschen sind gebrechlicher und pflegebedürftiger geworden“, erzählt Wohlert, „die Angehörigen haben aufgrund ihrer Berufe oder weil sie zu weit weg wohnen, immer weniger Zeit für Besuche. Die Altenheimseelsorge wird daher umso wichtiger“.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekam er dort hautnah mit. Die wöchentlichen Gottesdienste durften nicht mehr gefeiert werden. Und auch er war vom Besuchsverbot betroffen und durfte nur Sterbende besuchen. In der Zwischenzeit hat er die Altenheimbewohner telefonisch betreut. „Sobald es im Mai wieder erlaubt war, habe ich Open-Air-Gottesdienste bei schönem Wetter gefeiert. Gerade für die älteren Menschen haben die Gottesdienste noch eine große Bedeutung und sie sind sehr glücklich, dass das wieder möglich ist“, so Wohlert, „das Isoliert sein war sehr belastend für die Altenheimbewohner und hat zu einer depressiven Grundstimmung geführt“. Der gebürtige Badener, der in Wiesbaden aufgewachsen ist und in Frankfurt studiert hat, wird auch im Ruhestand in Unterliederbach wohnen bleiben. Die Seelsorge als seine Herzensangelegenheit wird ihn weiter begleiten. Nach einer zweiwöchigen Israelreise im August möchte er sich ehrenamtlich in der ambulanten Hospizarbeit engagieren. 

Im Rahmen seiner Verabschiedung dankte Oliver Albrecht, Propst für Rhein-Main, Pfarrer Wohlert im Namen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für seinen langen und segensreichen Dienst. „Sie haben die Kirche zu den Alten und Kranken gebracht. Durch Menschen wie Sie wird unsere Kirche zusammen gehalten. In Wirklichkeit sind es Geistliche wie Sie, die die Orientierung geben, durch Ihre Verkündigung, Ihre Ideen und Ihre Haltung“ so Albrecht.

 

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