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Dr. Christine Lungershausen seit 1. März im Dienst

Neue Pfarrerin für Eschborn

Nora HechlerSeit 1. März ist Dr. Christine Lungershausen Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Eschborn.Pfarrerin Dr. Christine Lungershausen

Seit 1. März 2021 ist Dr. Christine Lungershausen Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Eschborn. Sie arbeitet dort mit Pfarrer Johannes Kalchreuter zusammen, der im vergangenen Jahr in die Gemeinde gekommen ist. Er hat eine volle Pfarrstelle, sie eine Dreiviertelstelle.

Die 39-Jährige war zuletzt im Rahmen ihres Spezialvikariats im Bereich der Gottesdienst-Ausbildung im Theologischen Seminar Herborn tätig. Geboren und aufgewachsen ist die Rheinländerin in Köln. Obwohl sie ihr die Theologie quasi in die Wiege legten – ihre Mutter war Religionslehrerin und ihr Vater ist Pfarrer im Ruhestand – wünschten sich ihre Eltern einen anderen Beruf für sie. „Sie haben damals zu mir gesagt: Du darfst alles machen – außer Pfarrerin werden oder Theologie studieren“, erzählt Christine Lungershausen. Davon ließ Sie sich jedoch nicht abhalten und studierte Theologie und Philosophie in Bonn, Heidelberg, Schottland und Münster. Zunächst mit dem Ziel, Journalistin zu werden. „Im Journalismus hatte ich aber das Problem, dass ich »über« Menschen sprach – aber nicht »mit« ihnen. Die Kontaktebene hat mir gefehlt. Und ich wollte nachforschen und wissen, was es ist, was ich glaube und was die Menschen glauben. Was ist es, was uns trägt? Die Dogmen, die Menschen inne haben, helfen, denke ich, nicht weiter. Das sind nur Stempel.“

Nach ihrer Promotion über Kunst in Kirchenräumen arbeitete sie zunächst im Kontext des Reformationsjubiläums im Stabsbereich Öffentlichkeitsarbeit bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Bis sie sich für den Pfarrberuf entschied und ihr Vikariat in Biedenkopf absolvierte. „Das Tolle an diesem Beruf ist, dass wir nicht nur darüber reden, sondern in den Kasualien auch mit den Menschen gemeinsam gestalten, was sie trägt. Nur in unserem Beruf können wir sie in den Umbruchssituationen ihres Lebens begleiten“, so Lungershausen. „Eine Aufgabe von Kunst ist es, das was schon da ist, anders zu sehen. Das ist im Glauben ähnlich. Es geht um einen Perspektivwechsel: Im Tod eines Angehörigen auch die Hoffnung zu sehen, dass es auch wieder anders wird“.

An der Kirchengemeinde Eschborn hat sie unter anderem das Mehrgenerationenhaus gereizt. Und die Zusammenarbeit mit Kollege Kalchreuter, den sie schon vorher kannte. „Es ist toll, dass wir mit dem Mehrgenerationenhaus bereits einen Wirkort von Gemeinde in der Kommune haben. Wir sind mit dem Pfarrerteam nicht alleine unterwegs, sondern mit einigen gemeinsam, um Kirche in der Stadt mit den verschiedenen Arbeitsbereichen für die Menschen zu gestalten“, erklärt Lungershausen. Spannend sei es, gerade jetzt in der Corona-Pandemie, zu schauen, was von den Menschen gebraucht werde. Ihr Kennenlernen der Gemeindeglieder ist durch die Kontaktbeschränkungen schwieriger und dauert länger. „Es ist nicht einfach, digitale Angebote zu machen, wenn die Beziehungen noch nicht da sind. Die Gemeindearbeit im längeren Lockdown auf die Beine zu stellen und die Menschen nicht zu verlieren, sondern die Kirchenbindung zu erhalten, wird eine große Herausforderung“, so Lungershausen. „Wir werden, glaube ich, jahrelang noch mit Traumata durch die Kontaktbeschränkungen zu tun haben. Der soziale „Kitt“, der emotionale Rückhalt, der vorher schon brüchig war, fehlt jetzt. Das Wichtigste wird jetzt und danach sein, das Zusammengehörigkeitsgefühl wieder lebendig zu machen.“ 

Da beide Pfarrer noch neu in der Gemeinde sind und sich auch der Kirchenvorstand in diesem Jahr nach der Kirchenvorstandwahl neu aufstellt, müsse man erstmal schauen, was dann gebraucht werde. „Hier ist die Bandbreite, was Menschen erleben, größer als in kleineren Gemeinden wie Biedenkopf. Da ist es, denke ich, ein Herausforderung, Dinge anzubieten, die für die vielen verschiedenen Leute etwas sind, ohne sich zu verzetteln“, meint Lungershausen. Sehr gerne einbringen möchte sie sich mit neuen Gottesdienstformaten, die mehr Beteiligung durch die Gemeindemitglieder zulassen. Besonders am Herzen liegen ihr auch die Seelsorge und die Kasualien –  die Begleitung der Menschen bei ihren Lebensumbrüchen. Zum Ausgleich von ihrem Arbeitsalltag ist sie viel in der Natur unterwegs, fährt Fahrrad oder wandert. Außerdem singt sie leidenschaftlich gerne. Ein Hobby, das sie mit ihrem Beruf verbinden kann, ist das Radio. In der Karwoche darf sie auf HR2 mit Zusprüchen auf Sendung gehen. Ordiniert und offiziell in ihren Dienst für die Kirchengemeinde Eschborn eingeführt wird sie aufgrund der Corona-Pandemie erst im September.

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