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Waldgottesdienst

Gottesdienst in 635 Metern Höhe

Quelle: Kathleen RetzarWaldgottesdienst„Wir feiern mitten in der Schöpfung“, erklärt Nora Hechler

Seit mehr als 30 Jahren feiern die Gemeinden des Dekanats Kronberg auf dem Glaskopf Gottesdienste im Grünen. Für manche ist es eines der Highlights im Jahr, andere kommen fast jedes Wochenende. Dabei geht es etwas lockerer zu: Vorbeikommende Wanderer und Mountainbiker nehmen spontan teil - und selbst Hunde finden ihr Plätzchen.

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Waldgottesdienst Waldgottesdienst

Der Parkplatz am Glaskopf im Taunus braucht es nur eine Wanderung von wenigen Minuten, dann sind die Besucherinnen und Besucher am Gottesdienstplatz angekommen. Gemeindemitglieder begrüßen sie. In Zeiten von Corona heißt es: Maske aufsetzen und in die Liste eintragen. Erst dann dürfen die Besucher sich einen Platz im Halbkreis auf den Baumstämmen suchen. Normalerweise können mehr als 100 Personen dort sitzen. Nun ist es ein Bruchteil davon, denn auch hier muss Abstand gehalten werden. „Sorry, ich bin kein Sitzplatz“, heißt es auf den Zetteln, die auf den Bänken ausliegen und einen Teil der Plätze beschränken.

 

Den Unwägbarkeiten des Wetters trotzen

Elisabeth Paulmann und Heike Schuffenhauer bereiten sich auf den Gottesdienst vor. Mikrofon und Lautsprecher einrichten und eine Kerze anzünden. Ein Baumstumpf dient als Rednerpult. Um halb 12 Uhr geht es los. Die beiden Pfarrerinnen kommen von der Talkirche in Eppstein und von der Paulusgemeinde aus Kelkheim. „Ich war gespannt wie viele heute kommen bei diesem ungewissen Wetter“, erklärt Heike Schuffenhauer. Mittlerweile haben sich etwa 60 Menschen auf dem Platz eingefunden. Einige haben sogar ihre Klapp- oder Campingstühle mitgebracht.

 

Schönes Gefühl, zusammen zu feiern

Seit Mitte Mai finden nach der Corona-Pause in der Talkirche von Heike Schuffenhauer wieder Gottesdienste statt. „Hier draußen können wir uns in einem größeren Kreis treffen als in der Kirche“, sagt die Seelsorgerin. „Auch wenn wir immer noch nicht singen, ist es dennoch ein schönes Gefühl mit so vielen Menschen zusammen zu feiern“. Obwohl der Platz mitten in der Natur und auf 635 Meter Höhe liegt, ist er mit dem Auto gut erreichbar. Der Weg ist befestigt und stellt daher auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl kein Problem dar.

 

Waldgottesdienst – mit Fangemeinde, Kindern und sogar dem Hund

Der Gottesdienst im Freien ist nicht erst durch die Corona-Krise beliebt. „Die Atmosphäre im Wald ist etwas Besonderes. Frau Schuffenhauer und Frau Paulmann machen das sehr gut zusammen. Außerdem ich mag den Bläserchor“, lobt die Besucherin Veronika Runge. Carolin und Cordula Eichhorn gehören zu den Stammgästen auf dem Glaskopf. Sie kommen nicht nur an diesem Sonntag zum Gottesdienst ihrer Paulusgemeinde, sondern auch an weiteren Sonntagen. Viele machen das so – die Gottesdienste am Glaskopf haben mittlerweile eine eigene Fangemeinde. „Man hat einfach eine Vielfalt und hört mal die Pfarrer aus den anderen Gemeinden. Jeder hat ja seinen eigenen Stil“, erklärt Carolin. „Der Platz hier im Wald ist wirklich schön und ich fühle mich hier behütet“, ergänzt Cordula. „Die Stimmung ist etwas lockerer und viele kommen mit ihren Kindern. Oder bringen den Hund mit, was sonst in der Kirche nicht geht. Danach machen wir gerne noch eine Wanderung“ schildern die beiden.

 

Seit mehr als 30 Jahren am Glaskopf

Der Waldgottesdienst am Glaskopf ist nicht erst durch die Corona-Krise entstanden. „Seit mehr als 30 Jahren feiern die Gemeinden zusammen im Wald an diesem Ort“, erläutert Nora Hechler, Öffentlichkeitsbeauftragte des Dekanats Kronberg. Der Gottesdienst im Grünen ziehe vor allem naturverbundene Kirchgänger an. „Wir feiern mitten in der Schöpfung“, sagt Hechler. Die Stimmung sei locker. „Mountainbiker oder Wanderer bleiben auch mal stehen und hören zu“, erzählt Hechler. Die Wochenenden auf dem Glaskopf sind gut besucht. Die Highlights sind jedes Jahr der Mountainbike-Gottesdienst (21. Juni) und der Motorrad-Gottesdienst (12. Juli).

Heike Schuffenhauer zieht ihr Fazit: „Ich bin dankbar, dass das Wetter gehalten hat. Fast alle, die angemeldet waren, sind auch gekommen“. Statt mit Glockengeläut, werden die Gottesdienstbesucher mit einem letzten Stück des Bläserchors verabschiedet. Und natürlich mit Vogelgezwitscher.

[Kathleen Retzar]

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