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Filmemacher Nehad Hussein

Accordion - Film über die Mühen des Ankommens in Deutschland

Nehad Hussein

Nehad Husseins Film erzählt die Geschichte syrischer Flüchtlinge, die bei ihrem neuen Leben in Deutschland vor großen Herausforderungen stehen. Was sie in ihrem alten Leben erreicht haben, zählt oft nicht mehr. Ein einprägsamer Film über die Mühen des Neuanfangs.

Nehad Hussein

Von Wael Deeb

Zum Rhythmus der Straßenmusik in der Stadt Bremen verlagert sich die Linse des syrischen Filmemachers Nehad Hussein und fängt Aspekte des Lebens syrischer Flüchtlinge ein. Sein erster deutscher Film "Accordion" zeigt die Mühen und Hürden des Ankommens Geflüchteter.

Gesprochen wird im Film in vielen Sprachen, in syrisch, arabisch, aramäisch und kurdisch. Die Sprachen spiegeln die unterschiedlichen Nationalitäten der syrischen Gesellschaft wider. Doch trotz aller Unterschiede sind ihre Träume und ihre Schwierigkeiten ähnlich und auch ihr Ziel, in der deutschen Gesellschaft Fuß zu fassen.

Ein Syrer ist mehr als ein Flüchtling

Der Film macht deutlich, dass das Bild des syrischen Mannes, der vor dem Krieg flieht, vielfältig ist. "Er ist mehr als ein Flüchlting", sagt Nehad Hussein, der in Bremen zurzeit Workshops in Sachen Filmproduktion gibt. "Es sind Menschen mit ganz unterschiedlichen Schicksalen und Geschichten." Die Interviews des Filmemachers spiegeln den tiefen Konflikt der Menschen zwischen dem Ankommen in Deutschland und den Wurzeln der Heimat wider.

Kurden werden in Syrien unterdrückt

Hussein, der 2014 in Deutschland ankam, studierte Filmwissenschaften an der Kulturakademie in St. Petersburg, Russland und schloss sein Studium 1998 ab. Danach kehrte er in seine Heimat Syrien zurück und hatte große Träume, als Regisseur zu arbeiten. Doch die Träume verwirklichten sich nicht. Das politische System  machte ihm Schwierigkeiten."Ich dachte, dass das vielfältige soziale Gefüge in Syrien mir erlauben würde, frei zu arbeiten", erzählt Hussein. "Ich begann, an einem Film über die Kurden und ihre Kultur zu arbeiten, aber das war verboten."

Um das Überleben Leben für sich und seine Familie zu sichern, emigrierte er in den Arabischen Golf und kehrte später wieder nach Syrien zurück. Mit dem Beginn des Volksaufstands gegen das Assad-Regime musste er Syrien erneut verlassen. Später flüchtete er mit seiner Familie nach Deutschland.

Hindernisse auf dem Arbeitsmarkt

Seit seiner Ankunft in Deutschland lernt Nehad Hussein Deutsch, doch im Bereich der Filmproduktion Fuß zu fassen, ist schwer. "Ich kann mich in öffentlichen Diskussionen mündlich gut ausdrücken, aber auf Deutsch zu schreiben und sich in der neuen Sprache gedanklich auszudrücken, ist ein Hinderniss. Und das obwohl ich Arabisch, Kurdisch und Russisch beherrsche", sagt er. "Ich kenne viele erfahrene Akademiker aus Syrien, die über ein hohes Potenzial verfügen, aber aufgrund von Sprachbarrieren und Schwierigkeiten bei der Anerkennung der Zertifikate, keine qualifizierte Arbeit finden."

Meine Kinder haben eine gute Zukunft in Deutschland

Husseins Familie, seine Frau und drei Kinder, leben in Bremen. Die Kinder besuchen die Schule. "Meine Kinder sprechen heute fließend Deutsch, sie haben gute Freundschaften mit ihren Klassenkameraden geschlossen, ich glaube, sie haben eine gute Zukunft in Deutschland".

Stereotype Bild von Flüchtlingen unterscheidet sich stark von der Realität

Doch trotz aller Hürden drehte Nehad Hussein seinen ersten Film in Deutschland, mit Erfolg. Accordion wurde auf dem Arabischen Filmfestival in Bremen gezeigt und mit Beifall aufgenommen. Das ermutigte ihn, an einem zweiten Film zu arbeiten, der sich auch mit der Kultur der Einwanderer, ihren Träumen und den Problemen der Integration befasst.

Seinen Film Accordion würde Hussein gern in anderen Städten zeigen, verbunden mit der Botschaft, dass sich das oft stereotype Bild Geflüchter stark von der Realität unterscheidet. Hinter jedem Mensch steckt eine Geschichte, dies es zu entdecken gilt, das ist ein guter Schritt in Richtung Integration.

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