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Aktuelle Herausforderungen und Sorgen der Schüler in Pandemie-Zeiten

15 Jahre Schulsozialarbeit an der Altkönigschule

Nora HechlerMickey WieseMickey Wiese

Die Schulsozialarbeit an der Altkönigschule in Kronberg feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Mickey Wiese, Diplom-Theologe und psychologische Berater, berichtet von aktuellen Herausforderungen in diesem Arbeitsfeld.

Was anfangs als Projekt gedacht war, um im Unterricht störenden Schülern eine Auszeit zu geben, ist inzwischen zu einem umfangreichen, weiterentwickelten Projekt der Schulsozialarbeit geworden. Das so genannte „RATHAUS“, in dem die Mitarbeitenden sitzen, ist zu einer Anlaufstelle für Schüler, Lehrer und Eltern geworden, die Rat und Hilfe suchen. „Das Projekt ist immer wohlwollend vom Hochtaunuskreis, den Städten Kronberg und Steinbach, aber auch von Firmen, Stiftungen und Privatpersonen mit finanziert worden. Wir stehen jetzt vor dem nächsten 5-Jahres-Abschnitt und suchen wieder nach neuen Spendern, die die Lücken in der Finanzierung füllen und die wichtige Arbeit unterstützen wollen“, erzählt Wiese. Seine Ein-Drittel-Stelle wird alleine durch Spenden finanziert. Träger des RATHAUS sind das Evangelische Dekanat Kronberg und das Förderforum Altkönigschule.

„Die Herausforderung, vor der wir inhaltlich stehen, ist eine große Welle von post-traumatischen Belastungsstörungen bei den Kindern und Jugendlichen. Sie sind jetzt schon da und werden noch stärker auf uns zu kommen. Denn sie können auch nach zwei bis drei Jahren noch aufbrechen“, berichtet er. „Ausgelöst durch vier große traumatische Ereignisse. Das erste war der Ausbruch der Corona-Pandemie. Das zweite der Lockdown, in dem die Kinder und Jugendlichen plötzlich ohne soziale Beziehungen und ihr gewohntes Umfeld da standen. Das dritte Trauma war der Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Folgen – Teuerung, drohende Verarmung, soziale Verwerfungen, lösen eine tiefe Verunsicherung bei den Schüler:innen aus. Die Atmosphäre der Angst und Sorgen verstärkt sowieso schon vorhandene Ängste, depressive Phasen oder Panikattacken“.

Schon direkt nach dem Ende des Homeschooling bemerkten Mickey Wiese und seine Kollegen Jakob Friedrichs und Katia Montserrat, dass mehr Schüler:innen Das RATHAUS aufsuchten. Und das ist seither so geblieben. „Sie kommen zu uns und setzen sich erstmal auf die Couch. Dürfen einfach hier sein. Wir fordern nichts und sind als Gesprächspartner da, wenn sie es möchten. Es ist schön zu sehen, dass sie inzwischen so ein Vertrauen in uns gewonnen haben. Gerade in dieser aktuellen Situation, ist für sie eine Kontinuität wichtig. Hier ist ein sicherer Raum, eine Verlässlichkeit, dass es uns gibt“, erklärt Wiese. „Auch Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternschaft sind froh und dankbar, dass es das RATHAUS gibt und fragen nach Unterstützung an oder schicken Schüler:innen zu uns“, ergänzt er. Den Fortbestand des Projektes zu sichern, sieht er daher als umso wesentlicher. „Zumal die Folgen der Pandemie uns noch länger beschäftigen werden“, so Wiese weiter. Das Sozialverhalten der Kinder- und Jugendlichen sei natürlich ebenso durch die Pandemie beeinträchtigt. „Die Jahrgänge, die in Zeiten des Homeschooling eingeschult wurden, haben zum Beispiel nie gelernt, sich in einem Klassenverband zu integrieren“, so Wiese. Seine Kollegen und er sind daher nicht nur mit Gesprächsangeboten für die Schüler:innen da, sondern gehen auch in die Klassen und machen mit ihnen Übungen zum Sozialen Miteinander oder anderen Themen wie dem sensiblen Umgang mit Social Media. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges laden sie außerdem wöchentlich zum gemeinsamen Friedensgebet ein.

Mit einem weiteren Stellenanteil ist Mickey Wiese als Jugendkoordinator der Stadt Kronberg tätig – in dieser Funktion ist er auch über die Schulzeit hinaus im Kontakt mit den Jugendlichen vor Ort. Eine Synergie, die für seine Arbeit sehr hilfreich ist.

Wer das RATHAUS unterstützen möchte, kann dies unter Spendenkonto: Förderforum Altkönigschule, Frankfurter Volksbank, IBAN: DE62 5019 0000 0000 651630 tun oder sich direkt an das Förderforum wenden unter rathaus-aks@dekanat-kronberg.de oder Tel. 06173 / 9339117.

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