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Nach den Bundstagswahlen

Jung sieht in Wahlergebnis „Warnsignal“

Sebastian von Gehren, EKHNVolker JungVolker Jung

Es ist eine Zäsur in der jüngsten deutschen Geschichte: Erstmals zieht eine rechtspopulistische Partei mit zweistelligem Ergebnis in den Bundestag. Für Kirchenpräsident Volker Jung ein klares Warnsignal. Er setzt aber auch auf die 80 Prozent der Menschen, die für eine offene und demokratische Gesellschaft ihr Kreuz gemacht haben.

Darmstadt, 25. September 2017. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich besorgt über das Ergebnis der jüngsten Bundestagswahlen geäußert. Jung bezeichnete das Wahlergebnis am Montag (25. September) als „klares Warnsignal“ für die Gesellschaft. Erstmals wird die rechtspopulistische AfD in den Bundestag einziehen. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz hatte die Partei zweistellige Ergebnisse erzielt.

AfD ist für Jung rechtsextrem

Gleichzeitig wies Jung darauf hin, dass sich weit über 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler für Parteien entschieden hätten, die für eine „freie, offene, demokratische Gesellschaft eintreten und jede Form von Diskriminierung und Rassismus entschieden zurückweisen.“ Jung:  „Ich hoffe sehr, dass das Wahlergebnis den wachen demokratischen Diskurs stärkt - im Parlament und in der Gesellschaft.“ Jungs Ansicht nach handelt es sich bei der AfD „um eine rechtsextreme Partei, die Positionen vertritt, die in meinen Augen nicht mit einem christlichen Menschenbild zu vereinbaren sind“.

Hohe Wahlbeteiligung begrüßt

Am Montag hatte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm zunächst die gestiegene Wahlbeteiligung begrüßt. Auch die Kirchen hätten zusammen mit vielen weiteren gesellschaftlichen Gruppen für die Beteiligung an der Bundestagswahl geworben. Das Maß der Unterstützung für eine rechtspopulistische Partei sei aber „ein Weckruf für alle, denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt“.

Politische Kultur gefährdet

Das Niederbrüllen von Rednern bei Kundgebungen und persönlich beleidigende Parolen sind nach Ansicht Bedford-Strohms „erschreckende Ausdrucksformen eines Mangels an politischer Kultur“. Alle müssten jetzt „zusammen helfen, dass ausgrenzende und hasserfüllte Stimmen nicht das Leben in unserem Land vergiften“. Es bleibe auch abzuwarten, ob eine zerrissene Partei wie die AfD es schaffte „sich konstruktiv in den parlamentarischen Arbeitsprozess auf Bundesebene einzubringen und eine Trennlinie zu den radikalen Rechtsaußen-Kräften in der Partei einzuziehen“.

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